Existenzgründung

Ganz allgemein bedeutet eine Existenzgründung die beruflich selbstständig werden. Dieser Schritt kann durch eine Gewerbeanmeldung erfolgen oder bei freien Berufen durch die Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt. Von einer Unternehmensgründung spricht man hingegen zumeist lediglich bei der Gründung größerer Betriebe des Mittelstandes.

Wer über den Schritt in die Selbstständigkeit nachdenkt, sollte sich über Formalitäten gründlich informieren und auch seine Lebenssituation genau analysieren: Denn eine Existenzgründung bringt einen deutlichen Wandel – privat wie beruflich – mit sich.

Für einen Existenzgründer stellen sich zahlreiche neue Aufgaben und Pflichten. Zwar hat man als freier Mitarbeiter oder Unternehmensgründer weitaus mehr Spielraum, um die eigenen Ideen und Vorstellungen zu verwirklichen, aber es stellen sich auch Herausforderungen wie unter anderem die private Vorsorge für das Alter, für Unfälle und ähnliches. Die Auseinandersetzung mit Behörden und Ämtern kann schnell zu einer großen Belastung werden. Und auch Selbstmotivation und Selbstkontrolle sind eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Im Grunde hat derjenige die besten Voraussetzungen, der sich auch in anderen Lebenslagen schon oft als DER Allrounder schlechthin beweisen konnte.

Doch der Schritt in die Selbstständigkeit muss nicht alleine bewältigt werden. In Deutschland unterstützen Bund und Länder Existenzgründer durch Darlehen und Zuschüsse. Vor der Unternehmensgründung oder der Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit ist eine eingehende Beratung von kompetenter Stelle mehr als ratsam. Die Beratungskosten werden bezuschusst. So bietet der Bund beispielsweise  für das Förderprogramm „Gründercoaching Deutschland“ Zuschüsse für Beratungs- und Coachingleistungen. Ab einem Jahr nach der Gründung können Zuschüsse aus dem Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freie Berufe“ beantragt werden. Informationen zu Beratung und Förderung bieten die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die Förderinstitution des Bundeslandes. Die wichtigsten Darlehen des Bundes sind das KfW-StartGeld, das ERP-Kapital für Gründung sowie der KfW-Unternehmerkredit.

Sogenannte Gründungswettbewerbe sind eine gute Gelegenheit für Existenz- und Unternehmensgründer, ihr Konzept zu testen. Alle Teilnehmer eines solchen Wettbewerbs reichen ihr Konzept bei der veranstaltenden Institution ein. Dieses wird dann von Gutachtern und Kapitalgebern nach einheitlichen Kriterien bewertet. Der Gewinner freut sich nicht nur über ein bestätigtes und erfolgreiches Unternehmenskonzept, sondern auch über Sach- und Geldpreise. Mit individuellen Werbebriefvorlagen können Sie meist die besten Erfolge erzielen.

Die Selbstständigkeit kann auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Die gängigsten Möglichkeiten sind: Franchising, Neugründung, Übernahme, Technologieorientierte Gründung oder Beteiligung.